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Reithelm und Lederhandschuhe neben einem cremefarbenen Tuch vor einem unscharfen Stall im warmen Licht

Reiten am Anfang der Schwangerschaft: Ist das erlaubt?

Darfst du am Anfang der Schwangerschaft noch reiten? Ehrlich gesagt raten die meisten Fachleute zur Zurückhaltung, und das hat weniger mit der Erschütterung zu tun als mit der Sturzgefahr. Wir erklären, warum der Berufsverband der Frauenärzte Reiten zu den riskanten Sportarten zählt, was für geübte Reiterinnen gilt, ab wann es kritisch wird und welche sanfteren Alternativen es gibt.

Gut zu wissen: Wir sind Redaktion und Eltern, keine Ärztinnen oder Ärzte. Dieser Beitrag ersetzt kein persönliches Gespräch. Bei Beschwerden, Unsicherheit oder Fragen wende dich bitte an deine Frauenärztin oder deine Hebamme.

Darf man am Anfang der Schwangerschaft überhaupt noch reiten?

Ein striktes Verbot gibt es nicht, aber eine klare Empfehlung zur Vorsicht. Der Berufsverband der Frauenärzte zählt Reiten ausdrücklich zu den Aktivitäten mit erhöhtem Sturz- und Verletzungsrisiko, die man in der Schwangerschaft eher meiden sollte.

Das Netzwerk Gesund ins Leben ordnet Reiten als Spezialsportart ein, die jede Schwangere individuell mit ihrer Ärztin besprechen sollte. Es kommt also auf deine Erfahrung, deinen Schwangerschaftsverlauf und dein Bauchgefühl an, nicht auf eine pauschale Regel.

Warum raten Frauenärztinnen und Hebammen beim Reiten zur Vorsicht?

Das Hauptrisiko ist der Sturz. Ein Sturz vom Pferd kann zu einem Bauchtrauma führen, und genau das möchte man in der Schwangerschaft unbedingt vermeiden. Dazu kommen die ruckartigen Bewegungen und Erschütterungen, die durch die hormonell gelockerten Bänder zusätzlich belasten.

Auch die internationale Leitlinie der US-Gynäkologinnenvereinigung ACOG nennt Reiten ausdrücklich als zu meidende Sportart wegen der Sturzgefahr. Es geht dabei nicht um Panik, sondern darum, ein unnötiges, schwer kalkulierbares Risiko herauszunehmen.

Gilt für geübte Reiterinnen etwas anderes als für Anfängerinnen?

Ja, dieser Unterschied ist wichtig. Geübte Reiterinnen mit sicherem Sitz müssen nicht zwingend sofort pausieren, sollten es aber ärztlich abklären, das Tempo deutlich zurücknehmen, auf Sprünge und Gelände verzichten und eher in der Halle bleiben.

Als Anfängerin solltest du dagegen in der Schwangerschaft nicht neu mit dem Reiten beginnen. Ohne Routine und sicheren Sitz ist das Sturzrisiko zu hoch, und der Einstieg lässt sich problemlos auf die Zeit nach der Geburt verschieben.

Ab welchem Zeitpunkt in der Schwangerschaft wird Reiten zunehmend kritisch?

Mit wachsendem Bauch verschieben sich dein Körperschwerpunkt und dein Gleichgewicht, dadurch steigt das Sturzrisiko spürbar. Was am Anfang bei guter Erfahrung noch vertretbar sein kann, wird im Verlauf zunehmend heikel.

Viele Fachleute empfehlen deshalb, spätestens im letzten Drittel ganz mit dem Reiten aufzuhören, bei vielen ist schon früher Schluss. Höre auf deinen Körper und entscheide gemeinsam mit deiner Frauenärztin oder Hebamme, wann für dich der richtige Zeitpunkt zum Aufhören ist.

Welche sanfteren Bewegungsalternativen gibt es zum Reiten?

Zum Glück gibt es viel, das den Pferdesport in der Schwangerschaft gut ersetzt. Schwimmen, Aquafitness, zügiges Walking und Schwangerschaftsyoga gelten als ideal, weil sie gleichmäßig belasten, den Beckenboden schonen und kaum Sturzgefahr bergen.

So bleibst du in Bewegung, ohne das Risiko. Wenn du vorher gelaufen bist, kann auch angepasstes Joggen passen, mehr dazu in unserem Beitrag zum Joggen am Anfang der Schwangerschaft. Den Stall kannst du natürlich trotzdem besuchen und dein Pferd vom Boden aus genießen.

Bei welchen Warnsignalen solltest du das Reiten sofort beenden?

Unabhängig von allem gilt: Beende jede Belastung sofort und melde dich ärztlich bei vaginaler Blutung, Unterleibsschmerzen oder Wehen, Fruchtwasserabgang, Schwindel, Atemnot oder einem Sturz. Nach einem Sturz lässt du dich immer abklären, auch wenn du dich gut fühlst.

Diese Warnsignale nimmst du bei jedem Sport ernst, beim Reiten wegen der Sturzgefahr besonders. Wir sind keine Ärztinnen, sondern geben dir eine erste Orientierung, die individuelle Entscheidung triffst du mit deiner Frauenärztin.

Häufige Fragen zum Reiten am Anfang der Schwangerschaft

Ist Reiten in der Frühschwangerschaft gefährlich fürs Baby?

Das Hauptrisiko ist nicht die Erschütterung, sondern ein Sturz mit Bauchtrauma. Fachleute raten deshalb zur Zurückhaltung und zur individuellen Rücksprache mit der Frauenarztpraxis.

Darf ich reiten, wenn ich es seit Jahren mache?

Geübte Reiterinnen müssen nicht zwingend pausieren, sollten es aber ärztlich abklären, Tempo und Sprünge zurücknehmen und in der Halle statt im Gelände bleiben.

Bis zu welcher Woche kann man reiten?

Mit wachsendem Bauch verschiebt sich das Gleichgewicht und das Sturzrisiko steigt. Viele Quellen empfehlen, spätestens im letzten Drittel ganz aufzuhören, oft ist früher Schluss sinnvoll.

Sollte ich als Anfängerin in der Schwangerschaft mit dem Reiten beginnen?

Nein. Ohne Routine und sicheren Sitz ist das Sturzrisiko zu hoch, deshalb raten Fachleute klar davon ab, erst jetzt anzufangen.

Welche Alternative schont Beckenboden und Gelenke am besten?

Schwimmen, Aquafitness, Walking und Schwangerschaftsyoga gelten als ideal, weil sie gleichmäßig belasten und kaum Sturzgefahr bergen.

Dieser Beitrag gibt persönliche Erfahrungen und allgemeine Informationen wieder und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Wir sind keine Ärztinnen oder Ärzte. Was für dich passt, entscheidest du zusammen mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin. Bei Beschwerden oder Zweifeln frag dort nach, auch wenn es sich nach einer Kleinigkeit anfühlt.