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Wie verkündest du die Schwangerschaft im Job?

Wie verkündest du die Schwangerschaft im Job?

Die Schwangerschaft im Job zu verkünden, ist weniger eine Frage der Idee als der Reihenfolge. Wer erfährt es zuerst, wann bist du verpflichtet, etwas zu sagen, und wie bleibt es dezent genug, dass du danach normal weiterarbeitest? Das sortieren wir hier.

Musst du deinem Arbeitgeber sagen, dass du schwanger bist?

Eine Frist gibt es nicht. Das Mutterschutzgesetz formuliert, dass du deinen Arbeitgeber informieren sollst, sobald dir die Schwangerschaft bekannt ist. Eine Sanktion gibt es nicht, wenn du wartest.

Der entscheidende Punkt: Erst wenn dein Arbeitgeber Bescheid weiß, greifen die Schutzregeln für dich. Dazu gehören unter anderem:

  • Kein regelmäßiges Heben von mehr als 5 kg und kein gelegentliches über 10 kg ab dem fünften Monat
  • Keine Nachtarbeit zwischen 20 und 6 Uhr ohne deine ausdrückliche Zustimmung
  • Keine Sonn- und Feiertagsarbeit ohne Zustimmung
  • Kein Umgang mit Gefahrstoffen, Strahlung oder Infektionsrisiken
  • Ruhemöglichkeiten und Pausen
  • Kündigungsschutz

Wenn dein Job körperlich fordert, im Schichtdienst läuft oder mit Chemikalien, Röntgen oder kranken Menschen zu tun hat, sag es früh. Deine Gesundheit steht vor dem perfekten Zeitpunkt.

Wann verkündest du die Schwangerschaft im Büro?

Für Bürojobs ohne besondere Belastung wählen die meisten Frauen den Zeitraum nach der zwölften Woche.

Gründe, früher zu sprechen:

  • Du hast starke Übelkeit und fehlst häufiger
  • Es stehen Projekte, Reisen oder Personalgespräche an, die dich betreffen
  • Dein Job fällt unter die Schutzregeln
  • Du willst verhindern, dass es über Umwege durchsickert

Gründe, später zu sprechen: Du möchtest das erste Trimester für dich behalten, und niemand darf dir das vorwerfen.

Wer erfährt es zuerst?

Immer die Führungskraft, und zwar vor dem Team. Das ist keine Höflichkeitsregel, sondern reine Selbsterhaltung. Wenn deine Chefin es aus der Teeküche erfährt, startet ihr auf dem falschen Fuß in eine Zusammenarbeit, die noch Monate dauert.

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat:

  • Führungskraft, unter vier Augen und mit Termin
  • Personalabteilung, oft direkt danach oder durch die Führungskraft
  • Engste Kolleginnen und Kollegen, mit denen du täglich arbeitest
  • Das restliche Team
  • Externe Kontakte und Kundschaft, wenn überhaupt

Wie führst du das Gespräch mit der Führungskraft?

Kurz, sachlich, vorbereitet. Was hineingehört:

  • Die Nachricht selbst und der errechnete Termin
  • Ab wann der Mutterschutz beginnt, also sechs Wochen vor dem Termin
  • Ob du danach Elternzeit planst, falls du das schon weißt
  • Was du bis dahin noch übernimmst

Du musst nicht ansagen, wie lange du in Elternzeit gehst, wenn du es noch nicht weißt. „Das klären wir rechtzeitig" ist eine vollständige Antwort.

Die Bescheinigung über den errechneten Geburtstermin bekommst du in deiner gynäkologischen Praxis. Frag beim nächsten Termin danach, sie gehört zu dem, was du vom Frauenarzttermin wieder mit nach Hause nimmst.

Wie verkündest du die Schwangerschaft deinen Arbeitskollegen?

Im Job darf es dezent bleiben. Große Inszenierungen wirken schnell unpassend, vor allem wenn nicht alle Kolleginnen begeistert sind.

  • Kuchen mitbringen und es beiläufig dazusagen. Der Klassiker, weil Kuchen jede Nachricht weicher macht.
  • In der Teamrunde als letzter Tagesordnungspunkt, kurz und ohne Aufhebens.
  • Eine Mail an das engere Team, wenn ihr verteilt arbeitet, gefolgt vom Gespräch im nächsten Meeting.
  • Beim Mittagessen mit den zwei, drei Menschen, mit denen du sowieso alles besprichst.

Wie gehst du mit unangenehmen Reaktionen um?

Die meisten Reaktionen sind freundlich. Es gibt aber verlässlich ein paar Sätze, auf die du dich vorbereiten kannst.

„Und wie geht das jetzt mit dem Projekt weiter?" Antwort: „Darum kümmern wir uns gemeinsam, ich bin ja noch eine ganze Weile da."

„Kommst du danach wieder?" Antwort: „Das planen wir rechtzeitig."

„War das geplant?" Diese Frage musst du nicht beantworten. Ein freundliches „Wir freuen uns sehr" reicht völlig.

Wenn du Nachteile erlebst, etwa den Entzug von Aufgaben oder Druck zur Kündigung, hol dir Unterstützung beim Betriebsrat, bei der Gewerkschaft oder bei einer Beratungsstelle. Der Kündigungsschutz während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Geburt ist stark.

Was ist bei Selbstständigkeit anders?

Dann entscheidest du selbst, wann du es Kundinnen und Kunden sagst, und viele warten bewusst lange.

Sinnvoll ist trotzdem, früh zu planen: Wer übernimmt was, wie lange fällst du realistisch aus, welche Aufträge nimmst du für die Zeit rund um den Termin nicht mehr an. Mutterschaftsgeld gibt es bei freiwilliger gesetzlicher Versicherung mit Krankengeldanspruch, das lohnt einen Anruf bei deiner Kasse.

Dein nächster Schritt

Vereinbare einen Termin mit deiner Führungskraft, statt es zwischen Tür und Angel zu sagen. Nimm die Bescheinigung mit, wenn du sie hast.

Für Familie und Freundeskreis gelten andere Regeln: Wann du die Schwangerschaft bei wem verkündest, sortiert sich in drei Kreise, und im Freundeskreis zählt vor allem, wer es einzeln erfährt.

Du machst das gut. 🙂

Dieser Beitrag gibt persönliche Erfahrungen und allgemeine Informationen wieder und ersetzt weder ärztliche noch rechtliche Beratung. Bei arbeitsrechtlichen Fragen wende dich an deinen Betriebsrat, deine Gewerkschaft oder eine Beratungsstelle.

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