Was du zum ersten Frauenarzttermin in der Schwangerschaft mitbringen solltest, passt auf eine kurze Liste. Es ist weniger, als die meisten denken, und ein paar Kleinigkeiten machen den Besuch trotzdem deutlich entspannter.
Was solltest du auf jeden Fall dabeihaben?
- Versichertenkarte. Ohne sie geht in der Praxis nichts, bei einem neuen Quartal erst recht.
- Erster Tag deiner letzten Periode. Die erste Frage im Sprechzimmer und die Grundlage für deinen Geburtstermin. Notier dir auch, ob dein Zyklus länger oder kürzer als 28 Tage ist.
- Impfpass. Wichtig ist der Rötelnschutz. Ist er dokumentiert, spart dir das eine zusätzliche Blutuntersuchung.
- Liste deiner Medikamente. Mit Wirkstoff und Dosierung, inklusive Schmerzmitteln, Nahrungsergänzung und pflanzlichen Präparaten.
- Deine Fragen. Auf Papier oder im Handy, damit du sie im Gespräch nicht suchst.
Falls du deine letzte Periode nicht mehr sicher weißt: Sag das offen. Die Praxis bestimmt den Termin dann über die Größe im Ultraschall, was in der Frühschwangerschaft ziemlich präzise funktioniert.
Was nimmst du zusätzlich mit, wenn es auf dich zutrifft?
- Alte Mutterpässe aus früheren Schwangerschaften, auch bei Fehlgeburten oder Abbrüchen
- Befunde aus einer Kinderwunschbehandlung, inklusive Datum des Transfers oder der Insemination
- Arztbriefe zu chronischen Erkrankungen, etwa Diabetes, Schilddrüse, Epilepsie, Rheuma oder Herzerkrankungen
- Allergiepass
- Zykluskurve oder App-Verlauf, falls du deinen Eisprung getrackt hast. Das hilft bei einem unregelmäßigen Zyklus für die Datierung.
- Bei privater Versicherung die Versicherungsdaten, weil du Rechnungen selbst einreichst
Was gehört zum ersten Frauenarzttermin, sagt dir aber niemand?
Das sind die Dinge, die ich beim ersten Mal nicht dabeihatte und beim zweiten Mal nie wieder vergessen habe:
- Etwas zu essen und zu trinken. Nach der Blutabnahme wurde mir schwindelig, mit leerem Magen und Übelkeit sowieso. Ein Riegel in der Tasche rettet den Vormittag.
- Zeitpuffer. Plan mindestens zwei Stunden ein. Der Ersttermin ist der längste der ganzen Schwangerschaft.
- Kleidung, die sich leicht öffnen lässt. Ein Rock oder ein weites Kleid ist beim vaginalen Ultraschall angenehmer als eine enge Jeans.
- Socken. Klingt banal, macht auf dem Untersuchungsstuhl einen Unterschied.
- Ein Stift. Damit du Werte und Antworten sofort notierst, statt sie im Auto zu rekonstruieren.
Geh vor der Untersuchung noch einmal auf die Toilette. Der vaginale Ultraschall ist mit leerer Blase angenehmer, und die Urinprobe brauchst du ohnehin.
Musst du zum ersten Termin nüchtern kommen?
Nein. Bei der Erstuntersuchung werden Blutgruppe, Rhesusfaktor, Antikörpersuchtest, Hämoglobin und Infektionswerte bestimmt. Dafür ist Nüchternheit nicht nötig. Der Zuckerbelastungstest, der Nüchternheit voraussetzt, kommt erst zwischen der 24. und 28. Woche. Nachlesen kannst du den Untersuchungsplan bei den Mutterschaftsrichtlinien.
Iss also normal, bevor du losfährst. Ein leerer Magen und Schwangerschaftsübelkeit sind eine unschöne Kombination. Falls deine Praxis etwas anderes ansagt, gilt natürlich die Ansage der Praxis.
Bringst du deinen Partner mit?
Das darfst du selbst entscheiden, und beide Wege sind in Ordnung. Viele Praxen erlauben Begleitung, manche halten das im Ultraschallraum knapp. Ruf vorher an, wenn es dir wichtig ist.
Für die Familienanamnese kann Begleitung nützlich sein, weil auch Erkrankungen in der Familie des Vaters gefragt sind. Falls dein Partner nicht mitkommt, klärt ihr diese Fragen am besten vorher zusammen ab.
Was brauchst du nicht?
- Einen zweiten Schwangerschaftstest. Ein positiver Test aus der Drogerie reicht als Anlass für den Termin. Die Praxis prüft ohnehin selbst.
- Eine Überweisung. Für die Schwangerenvorsorge brauchst du keine, und du bist an keine bestimmte Praxis gebunden.
- Den benutzten Test. Er sagt niemandem etwas, und du musst ihn niemandem zeigen.
- Recherchierte Werte aus dem Internet. Nimm lieber deine Fragen mit als fremde Zahlen.
Was nimmst du nach dem Frauenarzttermin mit nach Hause?
- Deinen Mutterpass, entweder direkt oder bei der ersten großen Vorsorgeuntersuchung
- Ein Ultraschallbild, falls etwas zu sehen war. Frag danach, viele Praxen geben es ohne Nachfrage nicht mehr mit.
- Den nächsten Termin, meist in vier Wochen
- Eine Bescheinigung über den errechneten Geburtstermin, die du für deinen Arbeitgeber brauchst. Frag danach, bevor du gehst.
- Patienteninformationen des Gemeinsamen Bundesausschusses zu Ultraschall, HIV-Test und Schwangerschaftsdiabetes
Der Mutterpass gehört ab sofort in deine Handtasche, auch auf Reisen. In einer fremden Praxis oder in der Notaufnahme weiß das Team damit sofort Bescheid.
Was solltest du am Abend danach festhalten?
Setz dich hin, solange alles frisch ist, und schreib auf, was heute war: die Woche, in der du bist, den Geburtstermin, was im Ultraschall zu sehen war, was du beim nächsten Mal fragen willst. Diese Notizen sind später Gold wert, weil sich die Termine im Rückblick vermischen.
Von Journella gibt es dafür ein personalisiertes Schwangerschaftsjournal mit einer eigenen Seite pro Vorsorgetermin, inklusive Platz für das erste Ultraschallbild.
Der Ablauf des ersten Frauenarzttermins ist in jeder Praxis ähnlich. Leg dir dazu die Fragen bereit, die sich im Sprechzimmer lohnen.
Wir wünschen dir einen guten ersten Termin. 🙂
Dieser Beitrag gibt persönliche Erfahrungen und allgemeine Informationen wieder und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Was für dich passt, entscheidest du zusammen mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin. Bei Beschwerden oder Zweifeln frag dort nach, auch wenn es sich nach einer Kleinigkeit anfühlt.


