Im Sprechzimmer ist plötzlich alles weg, was du dir vorgenommen hattest. Das geht fast allen so, deshalb kommt hier eine sortierte Sammlung von Fragen für den ersten Frauenarzttermin, aus der du dir vorher fünf bis sieben aussuchst.
Mehr als das schaffst du selten, weil der Ersttermin ohnehin voll ist mit Anamnese, Blutabnahme und Ultraschall. Der Rest passt in die nächste Vorsorge, die in vier Wochen ansteht.
Welche Fragen klärst du zur Schwangerschaft selbst?
- Auf welchen Geburtstermin kommen wir, und wie sicher ist dieses Datum?
- In welcher Woche und an welchem Tag bin ich heute?
- Was war heute im Ultraschall zu sehen?
- Bekomme ich ein Bild mit?
- Wann ist der nächste Termin, und was passiert dann?
Beim Geburtstermin lohnt die Nachfrage, weil er aus dem ersten Tag deiner letzten Periode berechnet wird und ein 28-Tage-Zyklus unterstellt wird. Bei einem längeren Zyklus verschiebt sich das Datum.
Welche Fragen stellst du zu Medikamenten und Vorerkrankungen?
Diese Fragen gehören ganz nach oben, wenn sie auf dich zutreffen. Bring dafür am besten eine Liste mit, inklusive Dosierung.
- Kann ich meine Medikamente weiternehmen, oder gibt es eine Alternative für die Schwangerschaft?
- Was mache ich bei Kopfschmerzen, Erkältung oder Fieber?
- Ich habe eine Schilddrüsenerkrankung. Müssen die Werte jetzt engmaschiger kontrolliert werden?
- Welche Nahrungsergänzung brauche ich neben Folsäure und Jod, und in welcher Dosis?
- Mein Impfschutz gegen Röteln ist unklar. Was bedeutet das für mich?
Setz nichts auf eigene Faust ab und fang auch mit keinem neuen Präparat auf Verdacht an. Für viele Wirkstoffe gibt es in der Schwangerschaft gut untersuchte Alternativen, und ein abruptes Absetzen kann mehr anrichten als der Wirkstoff selbst. Ich habe meine Präparate damals in einer Tüte mitgenommen und im Termin auf den Tisch gestellt, das war schneller als jede Aufzählung.
Welche Fragen stellst du zum Alltag in der Schwangerschaft?
- Welchen Sport kann ich weitermachen, und wovon lasse ich besser die Finger?
- Darf ich fliegen, und bis wann?
- Wie sieht es mit Sauna, heißen Bädern und Solarium aus?
- Welche Lebensmittel lasse ich weg, und wie streng muss ich das nehmen?
- Ich trinke morgens Kaffee. Wie viel ist in Ordnung?
- Ich habe vor dem positiven Test noch Alkohol getrunken. Muss ich mir Sorgen machen?
Die letzte Frage stellen sehr viele Frauen, meist mit schlechtem Gewissen. Sie ist berechtigt und gehört ausgesprochen, statt wochenlang im Kopf zu kreisen.
Welche Fragen stellst du zu Beschwerden?
- Meine Übelkeit ist stark. Was hilft, und ab wann brauche ich Medikamente?
- Ich bin dauerhaft erschöpft. Ist das normal in dieser Woche?
- Ich habe Ziehen im Unterleib. Woran erkenne ich, dass ich anrufen sollte?
- Bei welchen Anzeichen melde ich mich sofort, und bei welchen kann ich bis zum nächsten Termin warten?
Die letzte Frage ist die wertvollste des ganzen Termins. Lass dir die Warnzeichen aufschreiben, dann musst du später nicht raten. Übelkeit betrifft rund 70 bis 80 % der Schwangeren, beginnt meist in der fünften oder sechsten Woche und erreicht um die neunte Woche ihren Höhepunkt. Bei mir haben kleine Portionen über den Tag und ein Zwieback vor dem Aufstehen geholfen. Wenn du kaum etwas bei dir behältst, ist das ein Fall für deine Hebamme oder deine Ärztin, denn für starke Verläufe gibt es Medikamente, die in der Schwangerschaft eingesetzt werden dürfen. Welche Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit tatsächlich untersucht sind, reicht von Ingwer bis zu zugelassenen Medikamenten.
Welche Fragen stellst du zu Untersuchungen und Kosten?
- Welche Untersuchungen übernimmt meine Krankenkasse?
- Sie bieten mir eine Zusatzleistung an. Was kostet sie, und was bringt sie mir?
- Was ist das Ersttrimester-Screening, und muss ich mich jetzt entscheiden?
- Wann finden die drei Ultraschall-Screenings statt?
- Was bedeutet das Recht auf Nichtwissen für mich?
Die drei Basis-Ultraschalluntersuchungen liegen bei 8+0 bis 11+6, 18+0 bis 21+6 und 28+0 bis 31+6 SSW. Alles darüber hinaus ist entweder medizinisch begründet oder eine Selbstzahlerleistung. Du darfst dir für jede Zusatzleistung Bedenkzeit bis zum nächsten Termin nehmen. Die Patienteninformationen dazu findest du auch beim Gemeinsamen Bundesausschuss.
Welche Fragen stellst du zu Hebamme und Geburt?
Das fühlt sich beim Ersttermin früh an, ist es aber nicht. In vielen Regionen sind Hebammen ab der achten Woche für den errechneten Termin ausgebucht.
- Ab wann suche ich eine Hebamme, und arbeiten Sie mit jemandem zusammen?
- Welche Kliniken und Geburtshäuser gibt es hier in der Nähe?
- Wann sollte ich mich zur Geburt anmelden?
- Wann ist ein Geburtsvorbereitungskurs sinnvoll, und wann melde ich mich an?
Welche Fragen stellst du zu Arbeit und Recht?
- Ab wann muss ich meinen Arbeitgeber informieren?
- Ich arbeite körperlich oder im Schichtdienst. Gilt für mich ein Beschäftigungsverbot?
- Bekomme ich eine Bescheinigung über den errechneten Geburtstermin?
Die Bescheinigung brauchst du für den Arbeitgeber und für den Mutterschaftsgeld-Antrag. Frag danach, bevor du aus der Tür gehst.
Wie sprichst du Ängste und Zweifel an?
Nicht jede Schwangerschaft startet mit Jubel, und das gehört genauso ins Gespräch wie jeder Laborwert.
- Ich bin unsicher, ob ich das schaffe. Mit wem kann ich sprechen?
- Ich hatte vorher eine Fehlgeburt und habe große Angst. Was können wir tun?
- Gibt es psychologische Unterstützung während der Schwangerschaft?
Für alle Fragen und Zweifel gibt es außerdem das Hilfetelefon „Schwangere in Not" unter 0800 40 40 020, rund um die Uhr, kostenlos und auf Wunsch anonym.
Wie gehst du vorbereitet in den ersten Frauenarzttermin?
Schreib deine Fragen am Abend vorher auf und markiere die drei wichtigsten. Nimm den Zettel sichtbar in die Hand, sobald du im Sprechzimmer sitzt. Kein Praxisteam findet das seltsam, im Gegenteil, es macht das Gespräch schneller und klarer.
Notiere die Antworten direkt vor Ort, weil im Auto schon die Hälfte weg ist. Von Journella gibt es dafür ein personalisiertes Schwangerschaftsjournal mit einer Seite für jeden Vorsorgetermin, auf der Fragen und Antworten nebeneinander Platz haben.
Wie der erste Frauenarzttermin abläuft, weißt du damit schon vorher. Bleibt nur noch die Frage, was du in die Tasche packst.
Dieser Beitrag gibt persönliche Erfahrungen und allgemeine Informationen wieder und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Was für dich passt, entscheidest du zusammen mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin. Bei Beschwerden oder Zweifeln frag dort nach, auch wenn es sich nach einer Kleinigkeit anfühlt.


