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Erster Frauenarzttermin in der Schwangerschaft: Was wird gemacht?

Erster Frauenarzttermin in der Schwangerschaft: Was wird gemacht?

Der Test ist positiv, der erste Frauenarzttermin steht, und im Kopf läuft die Frage: Was passiert da eigentlich? Wir gehen den Ablauf in der gynäkologischen Praxis Schritt für Schritt durch, von der Anamnese bis zum Mutterpass, damit du weißt, was auf dich zukommt.

Wann findet der erste Frauenarzttermin in der Schwangerschaft statt?

Sinnvoll ist die sechste bis achte Schwangerschaftswoche, gerechnet ab dem ersten Tag deiner letzten Periode. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich im Ultraschall meist bereits eine Herzaktion darstellen, und die Praxis kann dir eine belastbare Aussage geben.

Früher anzurufen lohnt sich trotzdem, weil Termine oft ein paar Wochen Vorlauf haben. Sag am Telefon dazu, dass dein Schwangerschaftstest positiv ausgefallen ist, viele Praxen halten dafür eigene Slots frei. Wann genau du nach einem positiven Schwangerschaftstest anrufen solltest, hängt vor allem an deiner Schwangerschaftswoche.

Womit beginnt der erste Frauenarzttermin im Sprechzimmer?

Fast jeder Ersttermin startet im Sprechzimmer, nicht auf dem Stuhl. Die Mutterschaftsrichtlinien geben vor, dass beim Erstgespräch eine ausführliche Anamnese erhoben wird. Deine Ärztin fragt dabei nach vier Bereichen:

  • Familienanamnese: Erbkrankheiten, Diabetes, Bluthochdruck oder Mehrlingsgeburten in der Familie
  • Eigenanamnese: Vorerkrankungen, Operationen, Allergien, Medikamente, Zyklus, Verhütung
  • Schwangerschaftsanamnese: frühere Schwangerschaften, Geburten, Fehlgeburten oder Abbrüche
  • Arbeits- und Sozialanamnese: Beruf, körperliche Belastung, Schichtdienst, Rauchen, Alkohol, häusliche Situation

Die wichtigste Frage kommt meist zuerst: der erste Tag deiner letzten Periode. Daraus berechnet die Praxis deinen voraussichtlichen Geburtstermin. Wenn dein Zyklus länger oder kürzer als 28 Tage dauert, sag das dazu, weil sich der Termin sonst verschiebt.

Welche Untersuchungen macht die Praxis beim ersten Frauenarzttermin?

Der Ablauf folgt den Mutterschaftsrichtlinien und ist damit in jeder Praxis ähnlich.

Urinprobe

Meist bekommst du direkt bei der Anmeldung einen Becher in die Hand. Untersucht wird auf Eiweiß, Zucker, Sediment und bei Bedarf auf Bakterien. Bei der Erstuntersuchung kommt ein Test auf Chlamydien dazu, der ebenfalls über den Urin läuft. Chlamydien verlaufen häufig ohne Beschwerden und lassen sich mit Antibiotika gut behandeln.

Blutdruck und Gewicht

Beides wird bei jedem Termin gemessen und im Mutterpass festgehalten. Der erste Wert dient als Ausgangspunkt für alles, was danach kommt.

Blutabnahme

Beim Ersttermin wird einmal gründlich Blut abgenommen. Bestimmt werden:

  • Blutgruppe und Rhesusfaktor
  • Antikörpersuchtest
  • Hämoglobinwert, um eine Blutarmut zu erkennen
  • LSR-Test, eine Untersuchung auf Syphilis
  • Röteln-Antikörper, falls dein Impfschutz nicht dokumentiert ist
  • HIV-Test, der dir angeboten wird und den du annehmen oder ablehnen kannst

Der Rhesusfaktor ist der Wert, der später noch einmal wichtig wird. Bist du rhesusnegativ, bekommst du zwischen der 24. und 27. Woche eine Anti-D-Prophylaxe.

Gynäkologische Untersuchung

Deine Ärztin tastet Gebärmutter und Eierstöcke ab und schaut sich den Muttermund an. Das läuft ab wie bei einer normalen Vorsorge und dauert wenige Minuten.

Ultraschall

In der Frühschwangerschaft läuft der Ultraschall über die Scheide, weil die Gebärmutter noch tief im Becken liegt und ein Bauchultraschall zu wenig zeigen würde. Der Schallkopf ist schmal, die Untersuchung tut nicht weh und dauert selten länger als fünf Minuten. Bei mir war sie mit leerer Blase deutlich angenehmer, deshalb gehe ich vorher immer noch einmal auf die Toilette.

Was sichtbar wird, hängt an ein paar Tagen Unterschied. In der 5. und 6. SSW zeigt der Ultraschall je nach Zeitpunkt nur die Fruchthöhle oder schon eine Herzaktion.

Wann bekommst du deinen Mutterpass?

Am Ende des Termins bekommst du deinen Mutterpass, spätestens bei der ersten großen Vorsorgeuntersuchung. Er sammelt alles, was während der Schwangerschaft erhoben wird: Blutwerte, Ultraschallbefunde, Blutdruck, Gewicht, Lage des Kindes, Herztöne.

Trag ihn ab jetzt immer bei dir. Falls du unterwegs in einer fremden Praxis oder in der Notaufnahme landest, weiß das Team dort sofort Bescheid.

Worüber berät dich deine Ärztin beim ersten Termin?

Die Beratung ist gesetzlich vorgesehen und deckt einiges ab. Deine Ärztin spricht mit dir über Ernährung, Alkohol, Rauchen, Medikamente, Sport, Reisen und Sexualität in der Schwangerschaft. Zwei Nährstoffe stehen dabei im Vordergrund:

  • Folsäure: 400 µg täglich als Supplement, mindestens bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels. Wer erst mit dem positiven Test startet, nimmt nach Empfehlung des Netzwerks Gesund ins Leben besser 800 µg pro Tag.
  • Jod: zusätzlich 100 bis 150 µg Jodid pro Tag, weil die Schilddrüse deines Babys darauf angewiesen ist.

Ich hatte damals ein Kombipräparat aus der Drogerie mitgenommen und im Termin nachgefragt, ob es passt. Das würde ich wieder so machen. Bei einer Schilddrüsenerkrankung, bei Vorerkrankungen oder wenn du bereits andere Präparate nimmst, entscheidet das deine Ärztin oder deine Hebamme, nicht die Packungsrückseite.

Außerdem bekommst du einen Hinweis auf die zahnärztliche Kontrolle in der Frühschwangerschaft, weil das Zahnfleisch durch die stärkere Durchblutung empfindlicher wird.

Wie geht es nach dem ersten Frauenarzttermin weiter?

Bis zur 32. Schwangerschaftswoche siehst du deine Praxis alle vier Wochen, danach alle zwei Wochen. Über die gesamte Schwangerschaft kommst du damit auf 10 bis 12 Termine.

Drei Basis-Ultraschalluntersuchungen gehören zum Angebot der gesetzlichen Krankenkassen:

  • Erstes Screening: 8+0 bis 11+6 SSW
  • Zweites Screening: 18+0 bis 21+6 SSW
  • Drittes Screening: 28+0 bis 31+6 SSW

Vor dem ersten Screening bekommst du eine schriftliche Patienteninformation des Gemeinsamen Bundesausschusses, die du auch online nachlesen kannst. Darin steht auch, dass du ein Recht auf Nichtwissen hast, ebenso bei einzelnen Befunden. Du entscheidest selbst, welche Untersuchungen du annimmst.

Was übernimmt die Krankenkasse, und was zahlst du selbst?

Die Vorsorge nach den Mutterschaftsrichtlinien übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen vollständig. Daneben bieten viele Praxen Zusatzleistungen an, die du selbst bezahlst. Häufig sind das:

  • Toxoplasmose-Test
  • Test auf Cytomegalie
  • Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen zwischen den Screenings
  • Ersttrimester-Screening zur Risikoeinschätzung

Frag in Ruhe nach, was eine Leistung kostet und was sie dir bringt. Niemand erwartet eine Entscheidung im Sitzen auf dem Untersuchungsstuhl, und du darfst dir Bedenkzeit bis zum nächsten Termin nehmen. Ich habe mir damals angewöhnt, solche Angebote erst mit meiner Hebamme durchzusprechen.

Wie lange dauert der erste Frauenarzttermin?

Plan 30 bis 45 Minuten für den Termin selbst ein, dazu Wartezeit. Der Ersttermin ist der längste der ganzen Schwangerschaft, weil Anamnese, Blutabnahme und Beratung zusammenkommen. Nimm dir den Nachmittag frei, wenn es sich einrichten lässt. Viele Frauen sitzen danach gern noch eine halbe Stunde irgendwo, bevor sie zurück in den Alltag gehen.

Was du zum ersten Frauenarzttermin einpacken solltest, passt auf eine kurze Liste. Und die Fragen, die sich im Sprechzimmer lohnen, schreibst du dir am besten am Abend vorher auf.

Was bedeutet es, wenn beim Ultraschall noch nichts zu sehen ist?

Das passiert häufiger, als du denkst, und liegt fast immer am Zeitpunkt. Bei einem späteren Eisprung verschiebt sich alles um ein paar Tage nach hinten. Deine Ärztin bestellt dich dann in einer bis zwei Wochen wieder ein, manchmal ergänzt durch eine hCG-Kontrolle im Blut.

Diese Wartezeit ist unangenehm, wir wissen das. Sie sagt für sich genommen nichts über den Verlauf deiner Schwangerschaft aus.

Dein nächster Schritt

Ruf in deiner Praxis an und nenn die sechste bis achte Woche als Wunschzeitraum. Sprich beim Termin über Folsäure, falls du noch nicht angefangen hast. Und leg dir einen Ort an, an dem alles zusammenläuft: der berechnete Geburtstermin, deine Fragen für den nächsten Besuch, die Beschwerden, die du ansprechen möchtest.

Von Journella gibt es dafür ein personalisiertes Schwangerschaftsjournal mit einer eigenen Seite pro Vorsorgetermin. Viele Frauen nehmen es zum ersten Frauenarzttermin mit und schreiben direkt danach auf, wie es war.

Wir wünschen dir einen schönen ersten Termin. 🙂

Dieser Beitrag gibt persönliche Erfahrungen und allgemeine Informationen wieder und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Was für dich passt, entscheidest du zusammen mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin. Bei Beschwerden oder Zweifeln frag dort nach, auch wenn es sich nach einer Kleinigkeit anfühlt.

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