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5. oder 6. SSW: Was sieht man im Ultraschall?

5. oder 6. SSW: Was sieht man im Ultraschall?

„Kann man da schon was sehen?" ist die Frage, die vor dem ersten Ultraschall in fast jedem Kopf steht. Was man in der 5. und 6. SSW im Ultraschall erkennt, hängt an wenigen Tagen Unterschied, und genau deshalb lohnt sich der genaue Blick auf diese beiden Schwangerschaftswochen.

Wie werden die Schwangerschaftswochen gezählt?

Die Schwangerschaftswochen laufen ab dem ersten Tag deiner letzten Periode. In der Praxis wird das als Wochen plus Tage geschrieben, also 5+3 für fünf vollendete Wochen und drei Tage. Rechnerisch liegen zwischen dem Zählbeginn und der Befruchtung rund zwei Wochen, weshalb der Embryo in der sechsten Woche etwa vier Wochen alt ist.

Wichtig für alles Weitere: Diese Rechnung geht von einem 28-Tage-Zyklus mit Eisprung an Tag 14 aus. Bei einem längeren Zyklus oder einem späten Eisprung verschiebt sich alles um Tage nach hinten. Das ist der häufigste Grund, warum beim ersten Termin weniger zu sehen ist als erwartet.

Was sieht man in der 5. SSW im Ultraschall?

Frühestens zu Beginn der fünften Woche lässt sich in der Gebärmutter die Fruchthöhle nachweisen, eine kleine dunkle Blase von etwa 2 bis 3 mm. Mehr ist zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten.

Kein Embryo, kein Herzschlag, oft noch kein Dottersack. Für viele Frauen ist dieser Termin deshalb enttäuschend, obwohl alles nach Plan läuft. Deine Ärztin achtet hier vor allem auf eines: Liegt die Fruchthöhle in der Gebärmutter? Diese Frage schließt eine Einnistung außerhalb der Gebärmutter mit einiger Sicherheit aus, und darum geht es in dieser Woche.

Ergänzend wird manchmal der hCG-Wert im Blut bestimmt. Wenn er hoch genug ist und trotzdem keine Fruchthöhle zu sehen ist, schaut die Praxis genauer hin.

Was sieht man in der 6. SSW im Ultraschall?

Jetzt wird es sichtbar. In der sechsten Woche misst die Fruchthöhle etwa 5 bis 6 mm, und in ihr zeigt sich der Dottersack als kleiner heller Ring. Er versorgt den Embryo, bis die Plazenta die Aufgabe übernimmt, und gilt als eines der ersten Zeichen für eine intakte Anlage.

Der Embryo selbst erscheint als winziger Strich neben dem Dottersack, wenige Millimeter lang. Gegen Ende der sechsten Woche, oft um 5+5 oder 6+0, lässt sich meist auch die Herzaktion nachweisen. Auf dem Monitor sieht das aus wie ein schnelles Flackern.

Manche Praxen schalten den Ton dazu, viele zeigen nur das Bild. Wenn du den Herzschlag hören möchtest, frag danach. Ich hatte mich damals nicht getraut und habe es später bereut.

Warum läuft der Ultraschall in der Frühschwangerschaft über die Scheide?

In der Frühschwangerschaft liegt die Gebärmutter tief im Becken. Ein Bauchultraschall müsste durch Bauchdecke, Fettgewebe und Darm hindurch und liefert in dieser Phase kein brauchbares Bild. Der vaginale Schallkopf kommt viel näher heran und zeigt deutlich mehr.

Die Untersuchung tut nicht weh. Der Schallkopf ist schmal, er wird mit einem Überzug und Gel verwendet und bleibt selten länger als fünf Minuten. Mit leerer Blase war es bei mir angenehmer, deshalb gehe ich vorher immer noch einmal auf die Toilette.

Was bedeutet es, wenn im Ultraschall noch nichts zu sehen ist?

Dieser Moment fühlt sich schrecklich an, und er hat meistens eine harmlose Erklärung. Ein späterer Eisprung verschiebt die gesamte Entwicklung, und schon fünf Tage machen den Unterschied zwischen leerer Gebärmutter und sichtbarem Herzschlag.

Deine Ärztin geht dann typischerweise so vor:

  • Kontrolltermin in einer bis zwei Wochen
  • Bestimmung des hCG-Werts im Blut, oft zwei Mal im Abstand von 48 Stunden
  • Bewertung des Anstiegs, denn in der Frühschwangerschaft verdoppelt sich hCG etwa alle 48 bis 72 Stunden

Erst das Bild aus mehreren Befunden erlaubt eine Aussage. Ein einzelner Termin, an dem noch nichts zu sehen ist, sagt für sich genommen nichts über den Ausgang deiner Schwangerschaft.

Wenn du in dieser Wartezeit steckst: Sie ist zermürbend, und du darfst das auch so benennen. Sprich mit deiner Hebamme oder mit jemandem, dem du vertraust, statt allein im Internet nach Zahlen zu suchen. Das war der beste Rat, den ich damals bekommen habe.

Wie oft wird in der Schwangerschaft geschallt?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen drei Basis-Ultraschalluntersuchungen:

  • Erstes Screening zwischen 8+0 und 11+6 SSW
  • Zweites Screening zwischen 18+0 und 21+6 SSW
  • Drittes Screening zwischen 28+0 und 31+6 SSW

Der frühe Blick in der fünften oder sechsten Woche gehört formal nicht zu diesem Screening. Er wird dann durchgeführt, wenn es dafür einen Grund gibt, etwa die Bestätigung der Schwangerschaft, Blutungen, Schmerzen oder eine Einnistung außerhalb der Gebärmutter in der Vorgeschichte. Nachzulesen ist das in den Mutterschaftsrichtlinien.

Vor dem ersten Screening erhältst du eine schriftliche Patienteninformation des Gemeinsamen Bundesausschusses. Darin steht auch, dass dir ein Recht auf Nichtwissen zusteht, auch bei einzelnen Befunden.

Was ist in der 5., 6. und 7. SSW im Ultraschall sichtbar?

  • 4+0 bis 4+6: meist noch nichts sichtbar, ein Termin lohnt sich selten
  • 5+0 bis 5+4: Fruchthöhle, etwa 2 bis 3 mm, Lage in der Gebärmutter erkennbar
  • 5+5 bis 6+6: Dottersack, Embryo als kleiner Strich, meist Herzaktion
  • Ab 7+0: Embryo deutlich abgrenzbar, Herzschlag klar darstellbar, Scheitel-Steiß-Länge messbar

Diese Angaben sind Richtwerte, keine Prüfliste. Abweichungen von einigen Tagen liegen im normalen Bereich, und die Praxis bewertet immer den Verlauf.

Dein nächster Schritt

Leg deinen Termin auf die sechste bis achte Woche, dann stehen die Chancen gut, dass du mit einem Bild und einem Herzschlag nach Hause gehst. Frag beim Termin nach einem Ausdruck für dich, viele Praxen geben ihn ohne Nachfrage nicht mehr mit.

Dieses erste Bild ist bei vielen Frauen der Moment, an dem die Schwangerschaft real wird. Von Journella gibt es ein personalisiertes Schwangerschaftsjournal mit einem Platz dafür, samt Raum für das Datum, die Woche und den Gedanken, der dir dabei durch den Kopf ging.

Rund um den Ultraschall gehören zum ersten Frauenarzttermin auch Anamnese und Blutabnahme. Und welche Schwangerschaftssymptome in welcher Woche auftauchen, folgt einem ähnlich engen Zeitplan.

Dieser Beitrag gibt persönliche Erfahrungen und allgemeine Informationen wieder und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Was für dich passt, entscheidest du zusammen mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin. Bei Beschwerden oder Zweifeln frag dort nach, auch wenn es sich nach einer Kleinigkeit anfühlt.

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