Wie oft muss man in der Schwangerschaft eigentlich zum Frauenarzt? Bei einem unauffälligen Verlauf sind es rund zehn bis zwölf Termine, anfangs alle vier Wochen, später enger getaktet. Was genau bei jedem Termin passiert und wann die drei großen Ultraschalluntersuchungen anstehen, gehen wir hier in Ruhe durch.
Wie oft geht man in der Schwangerschaft zum Frauenarzt?
Der Rhythmus richtet sich nach den Mutterschaftsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses. Bei unauffälligem Verlauf finden die Vorsorgeuntersuchungen zunächst alle vier Wochen statt, ab der 32. Schwangerschaftswoche dann alle zwei Wochen bis zur Geburt (G-BA).
Überschreitest du den errechneten Termin, wird engmaschiger kontrolliert, oft etwa alle zwei Tage. Insgesamt kommst du bei einem normalen Verlauf so auf rund zehn bis zwölf Termine. Bei einer Risikoschwangerschaft oder Beschwerden sind die Abstände kürzer, das steuert deine Ärztin individuell.
Welche drei Ultraschalluntersuchungen sind vorgesehen?
Als Kassenleistung sind drei Basis-Ultraschalluntersuchungen vorgesehen, je eine pro Schwangerschaftsdrittel. Sie prüfen Entwicklung, Lage und wichtige Organe deines Babys.
| Screening | Zeitfenster |
|---|---|
| 1. Ultraschall | 8+0 bis 11+6 SSW (grob 9. bis 12. Woche) |
| 2. Ultraschall | 18+0 bis 21+6 SSW (grob 19. bis 22. Woche) |
| 3. Ultraschall | 28+0 bis 31+6 SSW (grob 29. bis 32. Woche) |
Quelle: Mutterschaftsrichtlinie des G-BA und Frauenärzte im Netz.
Beim zweiten Ultraschall darfst du zwischen einer Basis-Untersuchung und einer erweiterten Untersuchung mit genauer Organdiagnostik wählen. Zusätzliche Ultraschalltermine ohne medizinischen Grund sind keine Kassenleistung, das ist Einzelfall und mit der Praxis zu klären.
Was wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung gemacht?
Die Routinetermine laufen meist ähnlich ab. Kontrolliert werden dein Gewicht, dein Blutdruck und dein Urin auf Eiweiß und Zucker, dazu der Hämoglobinwert im Blut, die Herztöne deines Babys und ab einem gewissen Punkt seine Lage.
Dazu kommen zu bestimmten Zeitpunkten Blutuntersuchungen, unter anderem zu Blutgruppe und Rhesusfaktor, Rötelnschutz und weiteren Infektionen, sowie das Angebot eines HIV-Tests. All das wird in deinem Mutterpass dokumentiert, den du am besten immer dabeihast.
Wann ist der erste Frauenarzttermin sinnvoll?
Der erste Termin liegt oft um die 8. bis 9. Schwangerschaftswoche, und das hat einen Grund. Vorher ist auf dem Ultraschall häufig noch wenig zu erkennen, ab dieser Zeit lassen sich Herzschlag und Entwicklung deutlich besser beurteilen.
Wenn du einen positiven Test hast, ruf ruhig früh in der Praxis an und lass dir einen Termin geben, gerade wenn du Beschwerden hast oder unsicher bist. Was rund um den ersten Termin sonst noch wichtig ist, liest du in unserem Beitrag zur bezahlten Freistellung für Vorsorgetermine.
Wann sind zusätzliche Termine oder Untersuchungen nötig?
Bei einer Risikoschwangerschaft, bei Beschwerden oder auffälligen Befunden wird häufiger und genauer kontrolliert, etwa mit zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen, einem CTG oder speziellen Blutwerten. Das entscheidet deine Ärztin nach deiner Situation.
Auch wenn dich zwischen zwei Terminen etwas beunruhigt, musst du nicht bis zum nächsten geplanten Besuch warten. Blutungen, starke Schmerzen, deutlich weniger Kindsbewegungen oder anhaltendes Unwohlsein gehören zeitnah abgeklärt.
Dein nächster Schritt
Trag dir die nächsten Vorsorgetermine fest in den Kalender ein und leg dir ein paar Fragen zurecht, die du stellen möchtest. So nutzt du die kurze Zeit im Sprechzimmer optimal und gehst mit einem guten Gefühl wieder heraus.
Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen wieder und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Welche Untersuchungen und Abstände für dich richtig sind, entscheidest du zusammen mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin. Bei Beschwerden oder Zweifeln frag dort nach, auch wenn es sich nach einer Kleinigkeit anfühlt.


