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Kann man in der 3. SSW schon Übelkeit haben?

Kann man in der 3. SSW schon Übelkeit haben?

Dir ist übel, der Test war positiv oder ist gerade fällig, und im Kalender steht die 3. SSW. Kann man in der 3. SSW schon Übelkeit haben? Die ehrliche Antwort ist überraschend klar, und sie nimmt hoffentlich etwas Druck raus.

Was passiert in der 3. SSW in deinem Körper?

Erstmal die Zählweise, weil daran die ganze Frage hängt. Die Schwangerschaftswochen laufen ab dem ersten Tag deiner letzten Periode. In der dritten Woche findet also der Eisprung statt, die Befruchtung passiert, und die Eizelle macht sich auf den Weg durch den Eileiter.

Die Einnistung steht zu diesem Zeitpunkt noch aus. Sie erfolgt im Schnitt 9,1 Tage nach dem Eisprung, mit einer Spanne von 6 bis 12 Tagen, gemessen von der Arbeitsgruppe um Allen Wilcox im New England Journal of Medicine. Sie fällt damit meistens erst in die vierte Woche.

Und ohne Einnistung gibt es kein hCG.

Kann man in der 3. SSW schon Übelkeit haben?

Als Schwangerschaftsübelkeit im eigentlichen Sinn: nein. Die Übelkeit hängt am hCG-Anstieg, und der beginnt erst nach der Einnistung. In der dritten Woche produziert dein Körper dieses Hormon schlicht noch nicht.

Das heißt nicht, dass dir nicht übel ist. Es heißt nur, dass die Ursache eine andere ist. Häufige Erklärungen:

  • Progesteron. Es steigt nach jedem Eisprung an und verlangsamt die Verdauung. Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit gehören für manche Frauen zum PMS dazu.
  • Erwartung und Anspannung. Wer stark auf den eigenen Körper achtet, nimmt Signale wahr, die sonst untergehen. Das ist keine Einbildung, sondern Aufmerksamkeit.
  • Etwas ganz Banales. Ein Magen-Darm-Infekt, zu wenig gegessen, zu viel Kaffee, eine Migräne im Anflug.

Wann beginnt die Schwangerschaftsübelkeit nach der 3. SSW?

Bei den meisten Frauen zwischen der fünften und siebten Schwangerschaftswoche. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nennt als üblichen Beginn die sechste bis achte Woche mit einem Abklingen um die sechzehnte.

Andere Quellen setzen den Start etwas früher an. Die KKH nennt die vierte bis siebte Woche, die MSD Manuals etwa fünf Wochen mit dem Höhepunkt um Woche neun. Die Spanne zeigt vor allem eines: Es gibt keinen festen Termin, an den sich Körper halten.

Ein grober Verlauf:

  • SSW 3: keine hormonell bedingte Übelkeit möglich
  • SSW 4: Einnistung, hCG startet, in Einzelfällen erste leichte Übelkeit
  • SSW 5 bis 6: typischer Beginn bei den meisten Frauen
  • SSW 9: häufig der Höhepunkt
  • SSW 12 bis 16: bei den meisten klingt sie ab

Was ist die früheste Schwangerschaftsübelkeit, die möglich ist?

Ungefähr ab Tag 10 bis 12 nach dem Eisprung, also am Ende der vierten Woche, kurz vor oder direkt nach dem Ausbleiben der Periode. Zu diesem Zeitpunkt hat sich hCG schon einige Male verdoppelt und erreicht Werte, auf die empfindliche Körper reagieren können.

Frauen, die in dieser Phase Übelkeit beschreiben, berichten meist nicht von Erbrechen, sondern von einem flauen Gefühl, das mit dem Geruchssinn zusammenhängt. Der Kaffee, die Zahnpasta, der Kühlschrank. Das ist der realistische Startpunkt.

Ist Übelkeit in der Frühschwangerschaft ein gutes Zeichen?

In gewisser Weise ja, und das ist der einzige Trost, den dieses Thema hergibt. Frauenärzte im Netz ordnet die Übelkeit als positives Signal ein, weil sie für einen normalen Anstieg des hCG spricht.

Umgekehrt gilt das nicht. Keine Übelkeit zu haben ist kein schlechtes Zeichen. Etwa jede fünfte Frau kommt ganz ohne durch die Frühschwangerschaft, und daraus lässt sich nichts über den Verlauf ableiten.

Wann solltest du mit Übelkeit in die Praxis?

Rufe an, wenn eines davon zutrifft:

  • Du behältst über 24 Stunden kaum Flüssigkeit bei dir
  • Du nimmst ab, statt zu halten
  • Du erbrichst mehrfach täglich
  • Dein Urin wird dunkel und wenig
  • Dir ist stark schwindelig oder du fühlst dich benommen

Dahinter kann eine Hyperemesis gravidarum stecken, die etwa eine von hundert Frauen trifft und im Krankenhaus behandelt wird. Sprich außerdem deine Hebamme an, sobald dich die Übelkeit im Alltag ausbremst. Dafür ist sie da, und es gibt mehr Möglichkeiten, als die meisten Frauen denken.

Was kannst du jetzt schon tun?

Bei mir hat in dieser frühen Phase am besten geholfen, gar nicht erst mit leerem Magen aufzustehen. Ein Zwieback auf dem Nachttisch, den ich noch im Liegen gegessen habe, dazu über den Tag viele kleine Portionen statt drei großer Mahlzeiten. Das ist meine Erfahrung und kein Rezept, das bei jeder wirkt.

Was du parallel machen solltest, unabhängig von der Übelkeit: mit Folsäure anfangen, falls noch nicht geschehen, und einen Termin in der gynäkologischen Praxis für die sechste bis achte Woche vereinbaren.

Welche Mittel gegen Übelkeit in der Schwangerschaft helfen, reicht von Ingwerkapseln bis zu zugelassenen Medikamenten.

Dein nächster Schritt

Wenn du noch nicht getestet hast: Warte bis zum Tag der ausbleibenden Periode und nimm dann den ersten Morgenurin. Ist dir bis dahin übel, behandle es wie einen flauen Magen und nicht wie einen Befund.

Wenn der Test positiv ist, helfen dir die ersten Schritte nach dem positiven Test bei der Reihenfolge.

Und falls du rätselst, was dein Körper dir da sagt: Der Zeitplan, wie früh Schwangerschaftssymptome beginnen, sortiert das ziemlich klar. 🙂

Dieser Beitrag gibt persönliche Erfahrungen und allgemeine Informationen wieder und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Was für dich passt, entscheidest du zusammen mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin. Bei Beschwerden oder Zweifeln frag dort nach, auch wenn es sich nach einer Kleinigkeit anfühlt.

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